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Am 27.08.2016 02:28 schrieb Ascan von Bargen

Padre Pios Wirken in unserer Zeit

Lieber Rolf, liebe Leserinnen und Leser, in der Region des Gargano, wo Padre Pio zeitlebens wirkte, gibt es im dortigen Dialekt eine Redensart: „Salute e libertà – sì ricce e non lu sa.“ Sinngemäß zu Deutsch: „Gesundheit und Freiheit – du bist reich [weil du diese besitzt] und weißt es nicht.“ Da hier, unter anderem, auch viel über und von Padre Pio berichtet wird, möchte ich gerne eine authentische Begebenheiten zu diesem Themenkreis beisteuern. Eine Begebenheit aus den 1990er-Jahren.

Damals erlitt eine meiner Tanten eine schlimme Entzündung in der Wirbelsäule, die durch einen (Spinal-)Anästhesiefehler verursacht worden war. Da bereits Monate seitdem vergangen waren, wurde eine Operation notwendig; wobei festgestellt wurde, dass die Rückenwirbel von innen bereits angegriffen und richtiggehend verfault und schief, also verschoben waren. Keine Chance, dass diese Rückenwirbel noch einmal gesunden und richtig zusammenwachsen würden. Ein herber Schlag für eine Frau Anfang 20, die gerade erst Mutter geworden war. Die Ärzte hatten nicht viel Hoffnung in diesem Fall und erklärten meiner Tante – so schonend wie möglich – dass ihr wohl leider ein Leben im Rollstuhl drohte… Verzweifelt weinend, allein im Krankenzimmer, lag sie dort im Bett. Da erschien ihr nachts ein weißbärtiger Mann mit einem gütigen Gesicht, der sie tröstete, ihr sagte: „Fürchte dich nicht, mein Kind. Es wird wieder alles in Ordnung kommen.“ – Meine Tante war sicher, Gott selbst gesehen und gehört zu haben. Daraufhin wollte sie das Krankenhaus verlassen, was die Ärzte nicht befürworteten. Auf eigene Gefahr, und mit einem Stützkorsett ausgestattet, durfte sie schließlich doch gehen. Sie wollte nach Italien, ihre Eltern besuchen. – Dort, in einer Zeitschrift, erblickte sie ein Foto des bärtigen Mannes, der ihr in der besagten Nacht erschienen war. Und sie rief sofort: „Mama! Schau mal! Das gibt’s doch gar nicht! Das da ist der Gott, der mir erschienen ist!“ Meine Großmutter nun blickte auf das Bild und sagte: „Ah, das ist Padre Pio! Allora ti ha fatto una grazia!“ („Er hat dir also eine Gnade erwiesen. / Er hat für dich ein Wunder gewirkt!“) Zurück in Deutschland, beim vereinbarten Untersuchungstermin, konnten die Ärzte nur noch feststellen, dass die Wirbelsäule meiner Tante völlig intakt, gesund, ordentlich zusammengewachsen und verheilt war. Medizinisch erklären konnten die Ärzte es sich allerdings nicht…

Ich könnte noch viele Dinge mehr berichten, fürchte aber, dass es wohl alles zu lang und umfassend würde. Daher versuche ich mich aufs Wesentliche zu beschränken: Gott IST. Aber nicht „da oben“ oder irgendwo „da draußen“ und getrennt vom Menschen. Er ist INWENDIG IN EUCH, uns Menschen näher als unser eigener Atem. Und Er sehnt sich danach, dass wir Ihn – das wahre, ewige ICH BIN – in der Tiefe unserer Seele suchen. Man kann Ihn freilich nicht im „Laborexperiment beweisen“. Er antwortet auch nicht auf beleidigende ‚Gebete‘ à la: „…falls es dich wirklich geben sollte, was ich eigentlich gar nicht glaube, dann mach doch mal folgende Zirkusnummer für mich und gib brav Pfötchen…“ Er verrät dir nicht die Lottozahlen von nächster Woche, und erfüllt auch keine anderen unsinnigen, egoistischen Wünsche. — Aber, was viel wichtiger ist: Er kann ERFAHREN werden. Wer Ihn ernsthaft, aus ganzer Seele, von ganzem Herzen liebt und sucht, wird Ihn auch finden; Er wird sich jedem Menschen offenbaren, der sich nicht mehr mit weniger zufrieden gibt als nur mit IHM. – Wenn das Kind quengelt, wirft die Mutter ihm ein Spielzeug hin. Solange dies genügt, wird die Mutter selbst nicht kommen. Erst wenn alle Ablenkung und jedes Spielzeug seine „Wirkung“ verloren hat und das Kind weiter beharrlich nach der Mutter ruft, wird sie selbst erscheinen und das Kind tröstend in die Arme nehmen. Wählt für das tägliche Gebet oder die tägliche Kontemplation (z.B. Rosenkranz) ein Bild Seiner Offenbarung im Menschen, die euch persönlich anspricht. Die höchste Offenbarung Gottes im Menschen ist von je her in Heiligen und Propheten, daher ist die Heiligenverehrung die wahre Gottesverehrung. Daher wählt z.B. das Bild Christi, das Bildnis der Madonna oder eines Heiligen, wie z.B. Padre Pio oder Gemma Galgani. (Aber es sollte vollständig sein, inklusive der Füße.) Haltet dieses Bild beharrlich im Geist und in der Seele während des Gebets aufrecht, seht also z.B. die Göttliche Mutter deutlich in ganzer Größe (inklusive der Füße) vor euch, wenn ihr das „Ave Maria“ betet. Oder seht den Schriftzug (lateinisch oder hebräisch) vor euch: „JHVH“, wenn es im „Vaterunser“ heißt: „sanctificetur nomen tuum“ („geheiligt werde dein Name“). Das Gebet darf nicht bloß ein mechanisches Runterrattern von Worten sein, während man über den nächsten Einkauf nachdenkt. Das Rosenkranzgebet darf keine nervöse Fingerübung sein. Es ist sogar besser, wenig Worte zu machen, dafür aber wirklich von ganzem Herzen konzentriert zu sein. Es bietet sich für die Kontemplation auch das Jesus-Gebet: „Kyrie Jesu Christe Eleison Me“ oder ein Psalm (z.B. Psalm 23) an. Ist es anfangs zu schwer, das ganze Bild im Gebet geistig vor sich zu sehen, seid nicht gleich wieder entmutigt und seht zu Beginn eben „nur“ die Füße der Madonna. Bleibt beharrlich dabei. Nur 15 oder 20 Minuten am Tag, die man konzentriert für Gott aufwendet, sind für niemanden „zu viel verlangt“. Denn es steht geschrieben: „Prüft mich doch hierin, spricht der Herr der Heerscharen, ob Ich euch nicht des Himmels Fenster auftun und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!“ Und: „Prüft euch selbst! Oder wisst ihr nicht, dass Jesus Christus IN EUCH ist?“ Schließt die Augen und beruhigt den Atem. Bringt den unruhigen Wirbelsturm eurer Gedanken, Sorgen, Wünsche, Begierden und Gefühle in Herz und Kopf zum Schweigen – und hebt eure Aufmerksamkeit ganz zu Gott empor. Denn erst wenn der Mensch gelernt hat, innerlich zu schweigen, wird Gott in der Stille zu ihm sprechen, (Psalm 46,10). Der menschliche Geist ist wie ein aufgepeitschter, Wellen schlagender See. Das Licht der Sonne wird darauf nur verzerrt reflektiert. Erst wenn die Wasseroberfläche der Seele in Gebet und Kontemplation friedlich, ruhig und eben geworden ist, kann sich das ewige Licht der göttlichen Sonne darauf in makelloser Vollkommenheit widerspiegeln. Gott segne euch. Ihr und euer Ascan von Bargen