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Padre Pios Erhöhung



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Im Osten, über den Dächern der Ewigen Stadt, rötet sich der Himmel. Es ist Sonntag, der 2. Mai 1999. Zu dieser Tageszeit ist Rom gewöhnlich wie ausgestorben. Nicht so heute! Unübersehbare Menschenmengen streben von allen Seiten dem Vatikan zu. Ein denkwürdiger Tag bricht an.

Hunderttausende verehrten ihn schon zu seinen Lebzeiten als Heiligen, den bescheidenen Kapuziner aus Pietrelcina. Aus einfachsten Verhältnissen kommend, wurde er zum Weltenbeweger. 

Hunderttausende sahen ihn leiden, sahen ihn fünfzig volle Jahre hindurch die Wundmale unseres Heilands tragen, die Woche für Woche am Freitag blutend aufbrachen und den ohnehin kränklichen Körper des Dulders noch weiter schwächten. Demütig ertrug er die Qualen, erlitt er die Schmerzen und weihte sie Gott, zur Vergebung der Sünden.

Kann ein im Geruch der Heiligkeit lebender Mensch Sünden haben? Sicher keine von Bedeutung! 

Für uns, für unsre Schuld wurde er zum Büßer. Für uns, für unsre Sünden erflehte er vom Himmel immer noch mehr Leiden, um uns zu erlösen, und wurde so in einer fast übermenschlichen Art zum Ebenbild Christi. Nicht die sichtbaren Wundmale, die er zeitlebens als demütigend und störend empfand, war er doch gegen alles Sensationelle um seine Person, sondern sein Leben in der engsten Nachfolge Jesu machten ihn zum Heiligen. Kein Schmerz, kaum eine Qual konnten ihn daran hindern, seinen Pflichten als Seelsorger nachzukommen, und der Maßstab, den er sich für diese Pflichten setzte, war schlechtweg gigantisch. Selbst ein gesunder Mensch könnte nicht ohne große Mühe das Tagewerk dieses Heroen nachvollziehen, und Pater Pio hielt daran bis ins hohe Alter fest, ja, bis zum Vortage seines Todes. Nur seiten waren die Tage der totalen Erschöpfung und des maßlosen Fieberanfalls, die ihn davon abhalten konnten. 

Für gewöhnlich sah die aufgehende Sonne Pater Pio niemals ruhen. Vor dem Morgengrauen schon bereitete er sich durch lange, innige Gebete auf die Frühmesse vor und zelebrierte dann mit einer Hingabe und Einfühlsamkeit die heilige Handlung, die beispiellos war und jeden Betrachter erschütterte.

Nicht immer waren nur brave Christen in der Kirche, wenn Pater Pio die heilige Messe zelebrierte. Sehr oft waren Neugierige, Skeptiker und Ungläubige dabei. Deshalb sprach ich zuvor von Betrachtern. Daß auch jene "unfrommen" Betrachter erschüttert wurden, beweisen die vielen Bekehrungen, Konversionen und spontanen Entschlüsse, das eigene Leben zu ändern, bis hin zum plötzlichen Entschluß, der Welt zu entsagen und ins Kloster einzutreten. All dies wurde bewirkt durch ein Charisma, das nur als gottbegnadet bezeichnet werden kann, das den Raum erfüllte und jeden Anwesenden durchdrang wie die Luft, die er atmete, ja, beinahe als ersetzte es dieselbe. Allein diese unsichtbare, aber intensiv fühlbare Strahlung seiner Seele genügte, um Menschen zu verwandeln und ihnen glaubhaft zu machen was sie zuvor nicht hatten wahrhaben wollen. Da war weiter nichts vonnöten, und durch dieses Charisma wurde er zu dem erfolgreichen Menschenfischer, der er war und noch im Tode - stärker sogar - ist.

In der Tat war Pater Pio kein Redner, kein großer Prediger, und wie Papst Paul Vl. sagte, auch kein Philosoph im herkömmlichen Sinne. Was ihn auszeichnete, war vor allem dies: er brauchte nicht zu glauben. Er wußte! Aus Erfahrung! 

Nach der heiligen Messe versäumte er nie die Danksagung auf dem Chor, vor dem Kreuz, vor welchem er 1918 die Wundmale erhielt. Danach ging er zu seinem Beichtstuhl, wo immer schon lange Schlangen von Beladenen und Bußfertigen seiner harrten um zu bekennen und um seine Absolution zu erhalten. Womöglich auch seinen Segen. Stunde um Stunde verbrachte Pater Pio im Beichtstuhl, nur von einem kurzen, kargen Mittagsmahl unterbrochen. 

Was für eine geheimnisvolle Macht befähigte ihn, in die Seelen zu blicken? Wie oft verweigerte er die Absolution, weil ihm die Reue des Betreffenden nicht echt oder nicht ausreichend erschien! Noch mehr aber erstaunt die Tatsache, daß er häufig den Beichtenden auf die Unvollständigkeit der Aufzählung seiner Sünden hinwies und dann zur maßlosen Verblüffung desselben das Fehlende der Wahrheit entsprechend selbst ergänzte.

Als tiefer Verehrer der Muttergottes betete Pater Pio täglich den Rosenkranz und erflehte von der heiligen Jungfrau Fürbitte und Gnaden für das eine oder andere seiner geistigen Kinder. Fast immer wurde seine Intervention erhört, wovon die vielen Wunder zeugen, die Pater Pio bescheinigt werden. Nie jedoch akzeptierte er den Dank eines solcherart Begünstigten, sondern betonte jedes Mal, daß er selbst nur der Mittler sei, die Gnade aber allein von Gott dem Allmächtigen komme. 

Auch für Pater Pio hatte der Tag nicht mehr als vierundzwanzig Stunden. Umso bemerkenswerter ist es, daß er nach täglich bis zu zwölf Stunden des Beichtehörens, nach einer langen hl. Messe und nach Stunden des Gebets noch Zeit fand sein Lieblingsprojekt des Hauses zur Linderung des Leidens zu verfolgen, zu entwerfen, zu erörtern und schließlich auch zu realisieren. Ein Krankenhaus, das heute mit seinen ca. 1300 Krankenbetten in den verschiedenen Fachabteilungen und mit der angeschlossenen medizinischen Forschungsanstalt zu weltweiter Bedeutung herangewachsen ist. Außerdem gründete er nach und nach eine Reihe von Gebetsgruppen, erarbeitete ihre Statuten und pflegte eine ständige Verbindung zu ihren Gruppenleitern. Wahrlich ein Leben voll Arbeit und Gebet! 

Hunderttausende bewunderten und verehrten ihn und baten um seine Fürsprache. Hunderttausende trauerten um ihn und fühlten sich verlassen, als er von uns ging, obgleich er versichert hatte, er werde vom Himmel aus noch mehr für uns tun können. Auch darin behielt er recht. 

Seine Saat ging auf. In den dreißig Jahren seit seinem seligen Heimgang wuchs sein irdisches Werk in einem nie vorhersehbaren Umfang. Die Gebetsgruppen vervielfachten sich und bedecken heute selbst entlegenste Winkel der Kontinente. Die Gebetserhörungen nahmen zu und mit ihnen die Zahl seiner Verehrer und Anhänger. Millionen katholischer Christen halten ihn schon lange für den wichtigsten Heiligen unseres Jahrhunderts, der uns durch sein Leben und Leiden, durch seine Taten und Lehren den richtigen Weg ins dritte Jahrtausend gewiesen hat, den einzigen Weg aus dem Verderben, gepflastert mit Nächstenliebe, Verständnis, Duldsamkeit, Opfermut und vor allem mit dem Gebet. 

Wieso brauchte unsere heilige Mutter, die Kirche, dennoch so lange, wie es uns Ungeduldigen zumindest erscheinen mag, um Pater Pio zur Ehre der Altäre zu erheben? 

Auf den ersten Blick umso weniger verständlich, als der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. selbst Pater Pio seit seiner römischen Studentenzeit kannte und verehrte, als junger Priester bei ihm beichtete und ihm schließlich als Erzbischof von Krakau den in Latein abgefaßten berühmten Brief geschrieben hat, in welchem er den Ordensmann für eine befreundete Wissenschaftlerin und Mutter unmündiger Kinder, die schwer an Krebs erkrankt war, um sein fürbittendes Gebet ersuchte. Pater Pio sagte damals zu einem seiner Mitbrüder: Diese Bitte kann ich wohl unmöglich abschlagen. 

Die schwere und ziemlich aussichtslose Operation war bereits anberaumt, als zum Staunen der Ärzteschaft alle Symptome der Krankheit verschwunden waren! Seither kommt die polnische Professorin auch heute noch jedes Jahr nach San Giovanni Rotondo, um Pater Pio in seiner Krypta zu besuchen und ihm für die wunderbare Heilung zu danken. 

Im Jahre 1987, anläßlich des hundertsten Geburtstages von Pater Pio, besuchte Karol Wojtyla als Papst Johannes Paul II. das Grab des Kapuziners und verweilte dort tief im Gebet versunken vor dem Granitblock kniend, der die sterbliche Hülle des verehrten Paters bedeckt. 

Warum also hat der Heilige Vater nicht aus seiner Machtvollkommenheit heraus, über Kongregationen und Kardinäle hinweg, Pater Pio schon längst selig- und heiliggesprochen? 

Wir wissen es nicht, können nur Vermutungen anstellen. Am wahrscheinlichsten mag sein, daß der Papst mit voller Absicht die langen Jahre des Diözesanprozesses und die langwierigen Untersuchungen der vatikanischen Kongregation abwartete, in der Gewißheit, daß auch diese Organe zu derselben Ansicht kommen mußten, die er selbst schon seit langem vertrat, und somit der päpstlichen Unfehlbarkeit in Glaubensfragen durch die Zustimmung des ganzen Kardinalskollegiums neuer Glanz verliehen wurde. Und überdies auch, damit alle Anfechtungen, die, auch seitens der Kirche, gegen den in der ganzen Welt verehrten Pater erhoben worden waren, durch die Kirche selbst widerlegt würden. 

In diesem Zusammenhang gebührt unsere ganze Anerkennung und unser Dank Pater Gerardo Di Flumeri in San Giovanni Rotondo, dem Vizepostulator des Selig- und Heiligsprechungsverfahrens von Pater Pio, welcher in unermüdlicher, aufopfernder Arbeit Hunderte von Zeugen vernahm, Tausende von Zeugnissen, Bekundungen und Berichten durchsiebte, alles Erarbeitete in dicken Foliobänden niederschrieb und nur jenes als Beweis der Tugendhaftigkeit und des Wunders gelten ließ, was durch keinen menschlichen Zweifel mehr erschüttert werden konnte. 

Der Titel "Vizepostulator" ist für viele von uns irreführend, erscheint er doch hinter dem "Generalpostulator" zweitrangig zu sein. Dem ist aber nicht so. Der Generalpostulator, ein Jurist, bei den Kapuzinern ist es zur Zeit Pater Paolino Rossi, vertritt allgemein sämtliche Anliegen des Ordens in der ganzen Welt vor dem Heiligen Stuhl; die Vizepostulatoren hingegen sind jeweils nur mit der Bearbeitung und Weiterführung der Verfahren, meist eines einzigen, innerhalb ihrer Diözese beauftragt. So war Pater Gerardo Di Flumeri all die Jahre hindurch fast ausschließlich mit dem Prozess von Pater Pio beschäftigt, bis an die Grenze seiner eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit, und sorgte für dessen Fortgang bis zu seinem vorläufigen, erfolgreichen Ende. Erbitten wir vom Herrn für ihn die Gnade, seiner segensreichen Tätigkeit noch lange nachgehen zu können.
 
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